In den vergangenen Tagen hat Anthropic eine Neuerung in Claude implementiert. Um den EU-Vorgaben zur Transparenz von KI-generierten Inhalten nachzukommen, hat das Unternehmen dem Chatbot ein unsichtbares Wasserzeichen verpasst. KI-generierte Texte können so leichter identifiziert werden. Wie Techcrunch berichtet, stößt die Änderung bei einigen Usern aber auf Unverständnis.

Weiterlesen nach der Anzeige

Warum Claude-User verärgert sind

Die Kritiker machen ihrer Meinung auf Reddit Luft. So schreibt ein User etwa, dass das Wasserzeichen in Claude die Chance erhöht, bei der Nutzung von KI ertappt zu werden. Er schreibt, dass das für Studierende gilt, die einzelne Absätze neu ordnen lassen, Journalisten, die von der KI eine Zusammenfassung eines zweihundertseitigen Transkripts fordern, oder Autoren, die Synonyme suchen, weil sie gerade eine Schreibblockade haben.

Laut dem Reddit-User würden diese Claude-Nutzer mit einem „digitalen Tattoo auf ihrer Stirn“ markiert. Allerdings gelten diese Beispiele auch nur dann, wenn die Inhalte eins zu eins aus Claude herauskopiert und in andere Schreibprogramme eingefügt werden. Wer nur die Zusammenfassung, Synonyme oder neugeordnete Sätze liest und danach selbst umsetzt, wird dadurch keinerlei Wasserzeichen in seinen Werken sehen.

Ein anderer Reddit-User meint, dass das Wasserzeichen in Claude dafür sorgen könnte, dass die KI und Anthropic die Arbeit für sich beanspruchen. Er schreibt: „Ich habe die Anweisungen gegeben, die Entscheidungen getroffen, die zahllosen Verbesserungen vorgenommen. Claude war nur das Werkzeug. Wenn Claude damit anfängt, Code oder alles andere, das es generiert, mit Wasserzeichen zu markieren: Wofür genau rechnet es sich den Verdienst daran an?“

Auch Anthropic selbst steht in der Kritik

Unter den Beiträgen sammeln sich viele Gegenstimmen, die Unverständnis über die Aussagen äußern. Das Wasserzeichen ist laut den Usern kein Weg, um Anspruch auf den Code oder den Text zu erheben, sondern es ist dazu da, ihn überprüfbar und ersichtlich als KI-generiert zu markieren. Und gerade im Kontext eines Studiums ist das nützlich. So können Lehrkräfte schneller sehen, ob jemand mit KI geschummelt hat oder nicht.

Weiterlesen nach der Anzeige

Einige wenige Gegenstimmen äußern allerdings nicht am Wasserzeichen selbst, sondern an Anthropic Kritik. Sie werfen dem Unternehmen vor, dass es jetzt KI-generierte Texte markiert, die nur entstanden sind, weil Claude mit zahlreichen Trainingsdaten gefüttert wurde. Anthropic hatte damals urheberrechtlich geschützte Bücher genutzt, um seine KI zu trainieren.

Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.

(jle)

Dieser Link ist leider nicht mehr gültig.

Links zu verschenkten Artikeln werden ungültig, wenn diese älter als 7 Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.


Sie benötigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen – ohne Verpflichtung!