1. Smarte Gartenhelfer: Mähroboter lernen Kanten trimmen und Aufräumen
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Nach Anthbot gaben weitere Hersteller auf der Technikmesse IFA 2026 einen Ausblick darauf, wie sie zwei bisher gravierende Schwächen beim robotischen Rasenmähen beseitigen wollen.

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Einen Schlusspunkt in der Debatte um Nachteinsätze wollen Marken wie Segway Navimow und Sunseeker mit Wärmebildsensoren setzen, die Unfälle mit Igeln auch im Schummerlicht vermeiden sollen. Damit zudem das lästige Trimmen des Randstreifens nicht mehr den Händen von Gartenfreunden überlassen bleibt, planen die genannten Marken sowie Dreame, Mova und Anker kommende Modelle um Werkzeugaufsätze zu erweitern, die mit Schnittwerkzeugen die Distanz zur Rasenkante auf null reduzieren.

Segway Navimow H5 Pro schiebt Mähdeck bis an den Rasenrand

Das schlüssigste Gesamtkonzept für diese beiden Problemlagen zeigte in Berlin die Marke Segway Navimow: Für einen sauberen Kantenschnitt hat das Gehäuse des Modells namens H5 Pro an der rechten Flanke eine Schiebetür. Sie fährt nach oben, sobald sich der Roboter dem Rasenrand nähert. Damit macht sie Platz für den Klingenteller, der sich von der Mitte des Unterbodens auf Schienen nach außen bewegt. Er schwebt dann knapp acht Zentimeter über den Mähroboter hinaus und kürzt unter freiem Himmel auch die Halme an der Kante der Arbeitsfläche, die wegen des Sicherheitspuffers zwischen zentral aufgehängter Mähscheibe und Gehäuserand sonst nicht erreichbar wären.

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Bevor er in die Gerade zur Kantenfahrt einbiegt, fährt der Anker Eufy S2 Max seinen seitlichen Trimmerkopf aus. (Bild:

Berti Kolbow-Lehradt

)

Zwei Rollen an der Außenkante des ausgefahrenen Mähtellers sollen die Reibung reduzieren, wenn das Gefährt an Zäunen, Tischbeinen oder Pflanzkübeln entlangfährt. Der Mähteller ist sowohl horizontal als auch vertikal beweglich gelagert. Seitliche Rempler bleiben dadurch idealerweise folgenlos und Rasen auf unebenen Buckelpisten erhält keinen ungleichmäßigen Stufenschnitt.

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Weil der H5 Pro dabei ohne zusätzliche Schnittwerkzeuge wie hochfrequent sirrende Fadentrimmer auskommt, erhöht sich das Betriebsgeräusch nicht, bleibt laut Hersteller mit 58 Dezibel also ausgesprochen leise. Zudem kann man für Fläche und Kante die gleiche Schnitthöhe wählen, während manche Ansätze anderer Hersteller nur eine fixe Randschnitthöhe bieten.

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Erkennen Kameras und Lasersensoren des H5 Pro in der Nähe Mensch oder Tier, soll das ausgefahrene Mähwerk sofort stoppen. Nachts achtet zusätzlich ein Infrarotsensor mit Thermalfunktion in Fahrtrichtung auf Hindernisse und soll dann ein Ausweichmanöver des Roboters um zusammengerollte Igel starten. Beides, das ausfahrbare Mähdeck und der Wärmesensor, gehören nach aktuellem Stand zur Basisausstattung, kosten also nichts extra.

Kantenmähen mit Trimmerfaden

Andere einschlägige Mähbothersteller setzen im Unterschied zu Segway Navimow auf außen befestigte, bewegliche Arme mit Werkzeugköpfen, die Plastikfäden mit hoher Umdrehung bewegen. Die Geräuschkulisse ist lauter, erinnert an händisch geführte Kantentrimmer – das hört man selbst im Hintergrundrauschen der Messe deutlich. Dafür können derart ausgestattete Geräte Fläche und Randbereich auf Wunsch gleichzeitig und damit schneller mähen.

Zudem erlauben außen angeflanschte Werkzeuge flexiblere Bauweisen und Fahrlogiken. Etwa beim Anker Eufy S2 Max und beim Dreame A4 AWD Pro befinden sich die Fadentrimmerköpfe ebenfalls an der rechten Seite, falten sich in der Arbeitspause beim ersteren nach oben, beim letzteren nach innen. Das zieht die Gehäuse in die Breite und weniger in die Länge als beim Mammotion Luba 4 AWD.

Für dessen Varianten 3000F und 6000F zeigte der Hersteller einen optional ans Heck schraubbaren Fadentrimmerarm, der von hinten nach rechts ausschwenkt, wenn er gebraucht wird, und sich wieder einklappt, etwa wenn der Roboter durch einen schmalen Korridor fährt.

Praktisch erscheint die Heckposition auch deshalb, weil Mammotion dem Luba 4 das Mähen im Rückwärtsgang beigebracht hat. Durch Zurücksetzen kann er etwa auch Ecken abdecken, die bei reinen Kurvenfahrten ungemäht blieben. Zwei Heckkameras achten dabei auf Hindernisse. Dreames A4 AWD Pro soll mit einem Infrarot- und einem ToF-Sensor im Randbereich Kollisionen vorbeugen. Widersprüchliche Aussagen gab es in Berlin dazu, ob der Infrarotsensor auch anhand von Wärmesignaturen Lebewesen von anderen Hindernissen unterscheidet.

Mova und Sunseeker mit Trimmer und Greifarm

Sunseeker und die Dreame-Submarke Mova kündigten in Berlin ebenfalls schwenkbare Fadentrimmer für den Null-Zentimeter-Kantenschnitt an. Zudem zeigten sie Greifarmkonzepte, die auch andere Gartenaufgaben übernehmen sollen. Der Mähroboter, der mit Movas „Ultra Trim 4.0“-Feature ausgestattet wird, hat noch keinen Namen. Ein anderes Mova-Modell namens Astra X trug einen Greifarm auf dem Rücken, konnte ihn aber als Messe-Showeffekt nur zum Beat eines DJs in die Luft recken, nichts Produktives damit anstellen. Mit wechselnden Werkzeugköpfen soll er später etwa Gegenstände aus dem Weg räumen, niedrig hängende Früchte pflücken oder eine Bewässerungsdüse tragen. Der Robo-Arm baut offenbar auf dem der ebenfalls zu Dreame gehörenden Marke NexLawn auf, der auf der IFA 2025 zu sehen war.

Sunseekers Alternative wirkte ausgereifter. Das Modell namens S7 hat an der rechten Flanke einen Steckplatz, der wahlweise einen Fadentrimmerkopf oder einen Greifarm aufnimmt. Ersterer soll den Rasenrand gewissenhaft kürzen, letzterer beim Aufräumen helfen. Fallobst, dünne Äste, Kinder- und Hundespielzeug aus dem Weg schaffen – dafür ist er gedacht. Auf der Messe veranschaulichte dies eine programmierte Routine, bei der der S7 mit einer Zwei-Finger-Greifzange einen Bauklotz von einem markierten Ladeplatz zu einem anderen ein paar Meter weiter transportierte.

Unabhängig vom Trimmer- und Greifarmzubehör hatte Sunseeker als Igelschutzmaßnahme eine Wärmebildkamera im Messegepäck, die man dem S7 optional an die Stirn steckt.

Preise und Saisonstarts

Sunseeker will den S7 samt Trimmerarm und Kamera ab Februar 2027 ausliefern. Auch der Greifarm soll schon nahe an der Marktreife sein und womöglich im späteren Verlauf der kommenden Gartensaison erscheinen. Finale Preise stehen nicht fest, ein Startpreis für den S7 von etwa 2000 Euro erscheint realistisch. Für das Zubehör dürften jeweils ein paar hundert Euro draufkommen.

Die Roboter von Segway Navimow, Mammotion, Dreame, Mova und Anker Eufy kommen im Frühjahr auf den Markt und kosten voraussichtlich um die 3000 Euro – mit Ausschlägen nach oben und unten. Viel weniger wird es wohl nicht: Es handelt sich um große, mit Allradantrieb und Sensorik vollgestopfte Vorzeigemodelle für riesige Rasenflächen. Viel höhere Kurse dürfte der derzeit harte Preiskampf im Mähbot-Markt allerdings auch nicht erlauben.

(afl)

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