Noch nie haben Aktien des Google-Konzerns an einem Tag so stark nachgegeben wie diese Woche nach den jüngsten Quartalszahlen. Denn Alphabet gibt viel für KI aus, verwässert Aktien und verliert mit Wertpapieren. Das lässt Anleger abspringen. Ähnlich sieht es bei Amazon aus. Deren Umsatz und Gewinne wachsen weiter, gerade im Cloud-Bereich. Vom Handel wurde aber höherer Zuwachs erwartet. Da die Nachfrage nach KI nicht nachlässt, steigen Amazons Investitionen in die Infrastruktur. Das lässt die Aktie fallen. Derweil ist der britische Schauspieler Patrick Stewart am Mittwoch im Alter von 86 Jahren gestorben. Er kam vom Shakespeare-Theater, aber wurde allgemein bekannt als Star-Trek-Kapitän Jean-Luc Picard und als Professor Charles Xavier aus den "X-Men"-Filmen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Weiterlesen nach der Anzeige
Ein Achtel ihres Wertes haben Aktien des Google-Konzerns Alphabet am Donnerstag eingebüßt. Der Börsenwert des Datenkonzerns ist bei hohem Handelsvolumen um größenordnungsmäßig eine halbe Billion Dollar abgesackt. Es ist der größte Kursrutsch in der Geschichte des Unternehmens. Nicht nur gemessen am Börsenwert, sondern auch relativ: Das Minus von rund zwölfeinhalb Prozent übertrifft die Börsenkalamitäten der COVID19-Pandemie von 2020 und sogar die Folgen der Finanzkrise mit dem Zusammenbruch der Lehman Brothers von 2008. Diesmal sind es nicht externe Faktoren, sondern Alphabets eigene Finanzzahlen, die die Börse verschreckt haben. Die Kosten für KI steigen und im laufenden Quartal wird das Management noch mehr für KI-Rechenzentren spendieren. Da verwundert es nicht, dass Anleger aussteigen: Alphabets Börsenwert stürzt um halbe Billion Dollar.
Hohe KI-Investitionen belasten auch den Aktienkurs von Amazon. Dabei hat der Konzern im vergangenen Vierteljahr erneut mehr eingenommen als im Vorjahr, obwohl der umsatzstarke Prime Day dieses Jahr vorgezogen und bereits im Vorquartal gebucht wurde. So waren die Wachstumsraten beim Online-Shopping denn auch weniger hoch als erwartet und deutlich niedriger als im Vorjahr. Nur die Cloud-Sparte AWS hat deutlich zugelegt und dem Konzern insgesamt vergleichsweise hohe Wachstumsraten beschert. Rechenzentren erfordern angesichts der steigenden Nachfrage nach KI-Kapazitäten aber enorme Investitionen, sodass Amazons freier Cashflow in einen negativen zweistelligen Milliardenbereich fällt. Das besorgt die Anleger, der Aktienkurs gibt etwas nach: Amazon wächst weniger stark als erwartet, hohe KI-Investitionen dämpfen Aktie.
Sir Patrick Stewart ist tot. Der britische Schauspieler, bekannt für Shakespeare, X-Men und vor allem seine Rolle als Star-Trek-Kapitän Jean-Luc Picard wurde 86 Jahre alt. Er hinterlässt seine Witwe, die Sängerin Sunny Ozell, und zwei Kinder aus einer früheren Ehe. Manche Schauspieler spielen eine Rolle, andere werden zu ihr. Patrick Stewart hat Jean-Luc Picard nicht nur gespielt. Er hat ihm eine Würde gegeben, die es im Fernsehen bis dahin kaum gab. Picard war kein Draufgänger wie Kirk. Er war Diplomat, Hobby-Archäologe und Humanist, ein Mann, der lieber verhandelte als schoss. Aus "Tea. Earl Grey. Hot." machte er eine Haltung. Manche fanden ihn steif. Für seine Crew und sein Publikum war er der Fels, auf den man sich in jeder Krise verlassen konnte. Doch im hohen Alter litt Stewart an Alzheimer und Demenz: Patrick Stewart ist tot.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.
YouTube-Video jetzt laden
Mutmaßliche Pläne der Deutschen Telekom für eine Mega-Fusion mit der US-Tochter T-Mobile sind offenbar vorerst vom Tisch. Nach erheblichem internem Widerstand habe sich die Telekom zunächst gegen ein offizielles Übernahmeangebot entschieden, heißt es von mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Die Entscheidung gegen die Fusion sei teilweise aufgrund des Widerstands aus dem Betriebsrat der Telekom gefallen, heißt es weiter. Auch der kürzlich bei der Telekom eingestiegene Hedgefonds Elliott Investment Management habe sich gegen die Übernahmepläne ausgesprochen. Ganz vom Tisch sind die Pläne aber offenbar nicht. Es sei denkbar, dass sich die Telekom in Zukunft für einen Versuch entscheide, wird berichtet. Ein Telekom-Sprecher wollte dies nicht kommentieren: Telekom legt Fusionspläne mit US-Tochter auf Eis.
Die EU will mit dem sogenannten Digital-Omnibus mehrere Digitalgesetze in einem Rutsch ändern, darunter die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die E-Privacy-Richtlinie. Kaum ein Vorhaben ruft derzeit so viele Lobbyisten vor allem der Tech-Unternehmen auf den Plan, aber auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gehört dazu. Im c’t-Datenschutz-Podcast sprechen wir mit einer vzbv-Vertreterin, die Datenschutz zum Verbraucherschutz zählt. Die im Digital-Omnibus vorgesehene Pseudonymisierung hält sie allenfalls für eine minimale Verbesserung. Über die einfachere Abweisung von Auskunftsanfragen ist sich die Runde uneins, aber nicht bei Cookie-Bannern. Welche DSGVO-Änderungen die vzbv-Verbraucherschützerin sonst noch kritisiert, diskutieren wir in der Auslegungssache 171: Omnibus mit Schlagseite.
Weiterlesen nach der Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.
Podcast jetzt laden
Auch noch wichtig:
(fds)
Dieser Link ist leider nicht mehr gültig.
Links zu verschenkten Artikeln werden ungültig, wenn diese älter als 7 Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.
Sie benötigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen – ohne Verpflichtung!